Manila & Sabang/Mindoro

Nach etwa drei Stunden Flugzeit von Bangkok aus erreichten wir die Hauptstadt der Philippinen, Manila. Wir bekamen einen weiteren Stempel in den Pass, warteten auf unser Gepäck und fanden vor dem Flughafen gleich einen Bus, der uns für wenig Geld zur Metro-Station brachte. Um Geld zu sparen, wollten wir aufs Taxi fahren verzichten und uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu unserem Hostel im Viertel Makati durchschlagen. Als wir bei der Metro aus dem Bus stiegen, waren wir erstmal ziemlich geschockt. Bettler ohne Ende, Kinder, die im größten Dreck auf der Straße schliefen, die pure Armut. Obwohl wir in den letzten Monaten einige asiatische Großstädte besucht hatten, überraschte uns Manila negativ! Von zahlreichen Bettlern umringt, kämpften wir uns zur Metro vor, um dort zu erfahren, dass diese über die kompletten Osterfeiertage nicht fahren würde. Genervt aßen wir erstmal etwas im nächsten McDonalds und beschlossen, uns nun doch ein Taxi zu nehmen. Auch dabei muss man aufpassen, nicht an einen der zahlreichen Schlepper zu geraten, die Geld für die Vermittlung wollen, sondern einfach direkt die Taxifahrer anzusprechen. Wir waren dann auch recht zügig bei unserer Unterkunft, da in Manila wegen der Osterfeiertage sehr wenig los war. Jeder, der es sich leisten konnte, fuhr für ein paar Tage an den Strand.
Wir checkten ein, bezogen unser bisher teuerstes Zimmer in Asien und packten erstmal Reiseführer und Laptop aus, um uns zu überlegen, wann wir wie Manila verlassen konnten und wohin es als nächstes gehen würde. Da sich das alles wegen der Feiertage schwieriger gestaltete als gedacht, verlängerten wir noch um eine weitere Nacht in Manila und beschlossen, danach nach Mindoro zu reisen. Dort ist momentan ein guter Freund von Toms Eltern, den wir besuchen wollten.

Auch an unserem zweiten Tag in Manila erlebten wir nicht viel. Wir hatten keine große Lust, die Stadt anzuschauen und verbrachten viel Zeit im Hostel. Das Viertel Makati, ok welchem wir wohnten, gilt als das beste Manilas, das „Reichenviertel“, bot bis auf ein paar Malls aber kaum etwas. Es war auch schwierig, außer den gängigen Fastfoodketten etwas zu essen zu finden, und zwischen den besseren Hotels lagen auch überall Bettler auf der Straße herum und gingen die Leute aufdringlich an.

Am Ostermontag fuhren wir morgens mit dem Taxi zum Busterminal und fanden gleich einen Bus zum Hafen in Batangas. Außer uns waren nur zwei andere im Bus und wir befürchteten schon, ewig warten zu müssen, bis er voll ist, aber wir hatten Glück und fuhren zu viert nach Batangas. Dort angekommen kauften wir uns ein Ticket für die Fähre nach Sabang und mussten dann noch ein bisschen warten, bevor es los ging. Es regnete immer wieder und der Wellengang war recht stark, aber wir kamen gut an und Roland, der Freund von Toms Eltern, erwartete uns schon 🙂
Wir gingen gemeinsam zu unserer Unterkunft, die er für uns organisiert hatte, und danach zum Mittagessen. Dort saßen wir noch eine Weile zusammen und redeten, bevor wir zurück aufs Zimmer gingen, uns ein wenig ausruhten, einrichteten, einkauften und was kochten.

Später trafen wir uns nochmals mit Roland und seiner Freundin und verbrachten einen schönen Abend miteinander. Roland konnte uns so viel über die Philippinen und die Menschen dort erzählen, da er seit einigen Jahren immer zwei bis drei Monate dort verbringt und sich so gut auskennt. Auch die anderen asiatischen Länder kennt er sehr gut und so hatten wir viel Gesprächsstoff 🙂

Am nächsten Tag frühstückten wir bei Roland und Grace und fuhren danach gemeinsam mit dem Jeepney nach Puerto Galera, da wir alle zur Bank mussten. Während der Fahrt hatten wir immer wieder tolle Ausblicke auf die Buchten um Puerto Galera herum und Roland erklärte uns genau, wo was war und wo wer wohnte 🙂 nachdem die Bankgeschäfte erledigt waren, bummelten wir noch ein bisschen am Hafen entlang und Tom und ich verbrachten dann den Rest des Nachmittags auf unserer Terrasse, nachdem Tom noch schnorcheln war.

Abends waren wir zum Essen bei einem Freund von Roland eingeladen. Dieser wohnte im Bungalow neben uns und seine Freundin und Grace bereiteten uns ein leckeres Curry zu 🙂

An den nächsten beiden Tagen hatten wir dann etwas besonders cooles vor – Roland hatte seine eigene Bangka, ein kleines Boot, und wollte mit uns ein bisschen rumfahren. Wir nahmen einen Jeepney zu dem Dorf, wo er sein Boot in einer wunderschönen Bucht liegen hatte. Während er alles vorbereitete und das Regenwasser der letzten Tage aus dem Boot pumpte, warteten wir am Steg und unterhielten uns mit ein paar Kindern, die dort spielten und badeten.

Und dann konnte die Fahrt losgehen 🙂 mehrere Stunden waren wir auf dem Wasser, fuhren vorbei an traumhaften Buchten und menschenleeren Stränden, durften beide selbst mal die Bangka steuern und hatten einen Riesenspaß! An unterschiedlichen Stellen gingen wir dann noch schnorcheln und konnten zum ersten Mal die Unterwasserwelt der Philippinen bewundern mit bunten Korallen, riesigen Muscheln und neugierigen Fische. Nach unserer privaten Bootstour waren wir dann ziemlich erschöpft und gingen einen Mangoshake trinken – den besten, den wir jemals hatten! Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt auf unserer Terrasse und abends kochten wir wieder gemeinsam. Auch am nächsten Tag machten wir wieder einen Bangka-Schnorchel-Ausflug, bis wir unsere Rücken ziemlich verbrannt hatten 😀 abends gingen wir dann noch mit Roland, Grace und einer Freundin der beiden in eine Bar. Wir hatten beide seit einigen Monaten keinen Tropfen Alkohol getrunken und machten dort den Anfang mit Bier, während ein Großteil der anderen Gäste Karaoke sang, egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, begabt oder einfach schlecht 😀 es war ein lustiger Abend und am Ende lud uns die Freundin von Grace sogar ein, am nächsten Abend bei ihr in der Bikinibar Abend zu essen 🙂

Wir schliefen erstmal aus, frühstückten und am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg zur Tauchschule, die einem Kumpel von Roland gehört. Dadurch hatten wir einen guten Preis bekommen und uns trotz höherer Lebenskosten als erwartet entschieden, einen Tauchgang auf Mindoro zu machen, da die Gegend sehr bekannt fürs tauchen ist. Der Tauchgang war es dann auch echt wert, bereits beim abtauchen konnten wir eine Schildkröte beim Fressen beobachten und die Korallen waren die schönsten, die wir bisher gesehen hatten, riesig und in den schönsten Farben 🙂 wir genossen den Tauchgang sehr.
Danach kümmerten wir uns ein bisschen um die Organisation der verbliebenen Zeit auf den Philippinen, buchten einen Inlandsflug in den Süden, ein Hostel in Manila und planten grob, wie unsere weitere Route verlaufen würde.
Abends gingen wir dann zur Bikinibar – diese ist eine Bar auf einer Plattform im Meer, die man mit dem dazugehörigen Boot erreicht. Unten gibt es eine Theke und ein paar Sitzmöglichkeiten und auf der zweiten Etage kann man sich in Liegestühlen sonnen oder von Sprungbrett aus ins Wasser springen 🙂 Uns wurde nach kurzer Zeit leckeres Essen serviert und wir hatten wieder einen sehr schönen Abend dort!

Am nächsten Morgen mussten wir früh raus, da wir mit dem Roller ein bisschen mehr von der Insel erkunden wollten. Roland hatte zwei Roller besorgt und so startete unser Ausflug gleich nach dem Frühstück. Wir fuhren Richtung San Teodoro durch die Berge, von wo aus wir immer wieder traumhafte Ausblicke auf das Meer, die vorgelagerten Inseln und das wunderschöne Grün der Insel hatten! Kurz bevor wir wieder umkehren wollten, mitten in einer sehr ländlichen Gegend zwischen Reisfeldern und Holzhütten passierte es dann – Tom und ich hatten plötzlich einen platten Hinterreifen! Roland hatte uns ein paar Tage vorher schon erzählt, wie die Philippinos ihre Reifen flicken, nun würden wir auch die Möglichkeit haben, das selbst zu sehen…Roland fuhr los, um die nächste „Vulcanizing“-Werkstatt zu suchen und fand auch gleich zwei nur wenige Meter entfernt, in denen aber niemand da war, um zu vulkanisieren. Die dritte war dann anderthalb Kilometer entfernt, auf denen Tom den Roller schieben musste. Dort angekommen beobachteten wir gespannt, wie der Mann den Schlauch aus dem Reifen holte, das Loch suchte, ein Stück Gummi darauf legte und dieses dann erhitzte, so dass es zusammenschmolz. Er erklärte uns ganz stolz, dass er nicht wie üblich mit Feuer erhitzte, sondern automatisch – mit einem Bügeleisen 😀 das Loch war dann auch recht schnell geflickt und die Fahrt konnte weitergehen.

Wir machten uns auf den Rückweg nach Puerto Galera und wollten unterwegs noch ein paar Fotostopps einlegen. Nach etwa 15 Minuten mussten wir unsere Fahrt wieder unterbrechen – unser Hinterreifen war schon wieder platt! Zum Glück war die nächste Werkstatt nicht weit. Der Mann schaute sich erst den Schlauch an und sagte Roland, wo er einen neuen kaufen sollte. Während Roland unterwegs war, untersuchte er auch den Mantel und fand zwei darin steckende Nägel, die vermutlich Ursache des Übels waren. Mit einem neuen Schlauch fuhren wir dann weiter und hatten zum Glück den Rest des Tages auch keine Probleme mehr. Uns fiel unterwegs aber auf, wieviele Vulcanizing-Werkstätten es gab und dass platte Reifen wohl ein gängiges Problem hier waren 😀

Auf dem Rückweg hielten wir immer wieder an, um ein paar Fotos zu schießen und die tolle Landschaft zu betrachten. Auch einen schönen Wasserfall schauten wir uns unterwegs noch an, bevor wir in Puerto Galera etwas essen gingen und anschließend Richtung Westen unsere Tour fortsetzten.

Wir schauten uns kurz den White Beach an, der einer der Haupttouristenorte auf Mindoro ist, und danach ging es steil bergauf nach Ponderosa, von wo aus wir eine perfekte Aussicht auf Puerto Galera, Sabang, die umliegenden Berge und die Buchten hatten, in denen wir mit der Bangka unterwegs gewesen sind. Mindoro ist definitiv eine tolle Insel und wir waren froh darüber, dass uns Roland so viel zeigen konnte!

Wir ließen den schönen Tag wieder auf der Bikinibar ausklingen und fielen abends ins Bett!
Auch am nächsten Morgen standen wir wieder früh auf. Wir wollten noch ein letztes Mal mit der Bangka fahren, bevor wir am Tag darauf Mindoro verlassen würden, und dabei die Mittagssonne vermeiden, da wir in den Tagen zuvor ein bisschen zu viel davon erwischt hatten 😀 wir hatten wieder coole Gespräche mit den Kindern am Steg, bis uns Roland dort abholte und genossen dann die Bootsfahrt in vollen Zügen. Auch das Schnorcheln war trotz stärkerer Strömung sehr schön und wir sahen sogar eine Seeschlange nur ein kleines Stück von uns entfernt.
Abends saßen wir dann wieder mit Grace und Roland zusammen und quatschten. Es war nochmal ein schöner letzter gemeinsamer Abend. Am nächsten Morgen mussten wir schon packen und auschecken. Wir verabschiedeten uns, bedankten uns für die tolle gemeinsame Zeit und nahmen eine Fähre gegen Mittag, um zurück nach Batangas und dann weiter nach Manila zu fahren. Vom Busterminal aus fuhren wir zwei Stationen mit der Straßenbahn, was auch ein Erlebnis für sich war 😀 man musste wegen Kontrollen der Taschen schon ewig warten (zum Glück mussten wir nur unser Handgepäck und nicht die großen Rucksäcke vorzeigen) und quetschten uns dann mit gefühlt Tausenden von anderen Menschen, ausschließlich Einheimische, in die total überfüllte Straßenbahn. Das alles natürlich mit unseren großen Rucksäcken auf dem Rücken 😀 die Menschen lächelten uns zu und waren es absolut nicht gewohnt, dort Touristen zu sehen, aber wir waren froh, als wir endlich wieder aus dem heißen, stickigen Anteil raus waren. Wir checkten in unser Hostel ein und bummelten dann ein bisschen an der Promenade entlang. Diesmal wohnten wir im Viertel Malate, was uns wesentlich besser gefiel als Makati. Wir beendeten den Tag gemütlich auf der Dachterrasse des Hostels. Am nächsten Morgen fuhren wir früh mit dem Taxi zum Flughafen, um von dort aus nach Cebu zu fliegen.

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