Oslob & Dumaguete

Nach einer langen Wartezeit am Flughafen von Manila flogen wir nach Cebu, wo wir gegen Mittag ankamen. Wir beschlossen, direkt mit dem Bus weiterzufahren in den Süden der Insel Cebu. Vom Flughafen aus machten wir uns mit Bus und Taxi auf den Weg zum Busterminal. Dort mussten wir noch kurz warten und fuhren dann los nach Oslob. Oslob ist nur ein kleines Fischerdorf, aber seit ein paar Jahren bekannt für das Schnorcheln mit Walhaien, was auch der Grund für unseren Besuch dort war. Das ganze Spektakel ist etwas umstritten, da die Walhaie dort im Vergleich zu anderen Orten angefüttert werden, aber es war unsere einzige Möglichkeit auf ein solches Erlebnis und wir wollten uns unser eigenes Bild machen. Die Busfahrt dauerte letztendlich länger als geplant, so dass wir im Dunklen in Oslob ankamen. Es gab bis auf ein paar ziemlich teure Unterkünfte nichts dort und wirkte ausgestorben. Dank der Hilfe einer netten Restaurantbesitzerin landeten wir dann letztendlich in einem versteckten Guesthouse, das wir alleine nie gefunden hätten. Da im einzigen Doppelzimmer das Wasser nicht ging, bekamen wir einen Schlafsaal mit fünf Betten für uns alleine.
Wir aßen dort noch etwas, unterhielten uns mit der ebenfalls sehr freundlichen und offenen Besitzerin und gingen dann von dem langen Reisetag erschöpft schlafen.
Am Morgen beim Frühstück konnten wir das Whalewatching dann schon beobachten. Nur wenige Meter vor der Küste waren zahlreiche Boote voller Touristen im Wasser. Wir hatten erfahren, dass gleich zu Beginn um 6 Uhr morgens am wenigsten los sei und daher beschlossen, erst am nächsten Tag Schnorcheln zu gehen. Deshalb kümmerten wir uns an dem Tag nur noch um unsere Weiterfahrt, die Preise für das Schnorcheln und machten uns einen entspannten Tag, da mehr ja leider in Oslob gar nicht möglich war 😀 ein Wasserfall in der Nähe sollte noch sehr sehenswert sein, allerdings hatte dieser wegen der extremen Trockenheit, die momentan im Süden der Philippinen herrscht, gar kein Wasser, so dass ein Besuch relativ sinnlos wäre.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann um kurz vor 6 auf den Weg zum Briefing-Center. Man bekam kurz erklärt, wie man sich gegenüber den Walhaien verhalten soll und wurde dann auf die Boote aufgeteilt. Gemeinsam mit drei Dänen und zwei Guides ging die Fahrt los. Etwa 80 Meter vor der Küste blieben alle Boote stehen und wir sprangen ausgestattet mit Schnorchel und Taucherbrille ins Wasser. Es war zum Glück noch nicht so viel los und gab verhältnismäßig wenige Schnorchler, da viele Leute, vor allem Asiaten, auf den Booten blieben und die Walhaie von dort beobachteten.
Nach wenigen Minuten im Wasser, in denen wir mit Strömung und Wellen kämpfen mussten, wurde dann auch der erste Walhai angekündigt. Ein einzelnes Boot fuhr an den Booten mit Touristen vorbei und warf dem Walhai Futter hin, so dass er hinterher schwamm. Wir mussten näher ran, da die Sicht unter Wasser sehr schlecht war, und waren dadurch nur wenige Meter entfernt. Der Walhai war mit seinen fünf bis sechs Metern Größe sehr beeindruckend, das riesige Maul saugte das Futter auf und wir konnten die schönen Muster betrachten. Der erste Moment war schon irgendwie etwas besonderes, da wir schon lange mal einen Walhai sehen wollten, aber nicht so besonders wie erwartet. Wir waren etwa 30 Minuten im Wasser und sahen dabei drei oder vier unterschiedliche Walhaie, die immer wieder an uns vorbei schwammen, so dass wir viel Zeit hatten, sie zu beobachten. Dass sie dabei wie dressierte Hunde dem Boot mit Futter nachschwammen, trübte das eigentlich faszinierende Naturschauspiel leider. Die Tiere sind zwar in freier Wildbahn in ihrem natürlichen Lebensraum und es wurde auch von den Guides darauf geachtet, dass jeder genug Abstand einhält und die Walhaie nicht stört, aber trotzdem wurden sie angelockt vom Futter an den Touristen vorbeigeführt, was eher an Zirkus als an freie Tiere erinnerte. Im Nachhinein war es auf jeden Fall toll und beeindruckend, diese Riesen so nah sehen zu können, wir wissen aber nicht ob wir es nochmal machen würden.

Zurück an Land gingen wir zu unserer Unterkunft, um uns zu richten und zu packen. Wir fuhren mit dem Bus ganz in den Süden Cebus, setzten mit der Fähre über auf die nächste Insel Negros und mussten dann noch mit dem Jeepney ein Stück zum Stadtzentrum Dumaguetes zurücklegen. Wir fanden gleich eine gute Unterkunft, konnten aber noch nicht einchecken, da erst 10 Uhr vormittags war. Daher gingen wir zuerst frühstücken und schauten uns dann die Highlights der Stadt an. Wir saßen eine Weile entspannt an der Promenade, gingen zum Glockenturm und anschließend zum Markt, wo wir an zahlreichen Ständen mit Früchten, Fisch, Fleisch, Schuhen, Kleidung und vielem mehr vorbeibummelten. Gegen Mittag konnten wir dann unser Zimmer beziehen und verbrachten noch einen schönen entspannten Tag in Dumaguete. Leider fiel uns auch hier wieder extrem die Armut auf den Philippinen auf, denn man konnte nicht durch die Straßen gehen oder im Restaurant sitzen, ohne im Abstand von wenigen Minuten von bettelnden Kindern angesprochen zu werden.

Am nächsten Morgen ging unsere Reise dann bereits weiter. Unser nächstes Ziel sollte der Sugar Beach bei Sipalay sein. Auf Koh Chang in Thailand hatte uns jemand ein Resort dort empfohlen und so geschwärmt, dass wir beschlossen hatten, dort ein paar Tage zu verbringen.

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