Bohol

Von Siquijor aus fuhren wir mit den Schnellboot zuerst nach Dumaguete und dann weiter nach Tagbilaran, der Hauptstadt der Insel Bohol. Mit einem Trycicle ging es dann weiter auf die kleine Insel südlich von Bohol, Panglao, zum Alona Beach. Der Alona Beach gilt als einer der schönsten, aber auch touristischsten Strände der Philippinen und wir wollten hier unsere letzten Tage verbringen. Wir fanden schnell eine Unterkunft und machten uns bald auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden. Es gab viele Restaurants, Hotels und Geschäfte und war definitiv touristischer als die letzten besuchten Ziele. So hatte man aber bezüglich des Essens mehr Auswahl und man konnte schön an der Promenade entlang bummeln und ein paar Souvenirgeschäfte besuchen. Am nächsten Morgen schauten wir uns dann auch gleich mal den Strand an, der uns allerdings ein bisschen enttäuschte. Der Sand war schön weiß, aber es lagen so viele Ausflugs- und Tauchboote im Meer, dass man kaum baden konnte und ziemlich viel Seegras im Wasser. Schatten gab es kaum am Strand und es war schon wieder unglaublich heiß. Auf den Bildern haben wir uns eine schöne Stelle rausgesucht, aber an sich hatten wir schon schönere Strände auf unserer Reise gesehen.

Unsere Tage am Alona Beach waren ziemlich entspannt und eigentlich hatten wir geplant, von dort Ausflüge zu den Chocolate Hills und den Tarsieren zu machen. Da uns zwei Tage auf Panglao aber vollkommen reichten, packten wir am dritten Tag unsere Sachen und stellten uns an die Straße, um auf einen Jeepney zu warten. Kurz zuvor hatte es schon in Strömen geregnet und auch während wir warteten wurde es immer grauer. Als wir gerade beschlossen hatten, uns irgendwo unterzustellen, kam der richtige Jeepney, unser Gepäck wurde aufs Dach gelegt und die Fahrt nach Tagbilaran ging los. Als wir etwa eine Dreiviertelstunde später dort ankamen, waren wir zwar trocken, unser Gepäck und ein Teil des Inhalts allerdings komplett nass. Es war schwül, regnete noch immer und wir waren froh, als wir ein Zimmer fanden, das uns zwar eigentlich ein bisschen zu teuer war, aber sehr schön und groß. Wir breiteten unsere nassen Sachen zum trocknen aus und erkundigten uns über die Möglichkeiten, um die berühmten Chocolate Hills zu sehen und die Tarsiere zu besuchen. Man konnte entweder mit dem Roller selbst fahren, eine geführte Tour buchen, bei der man noch diverse andere Sachen besuchte, einen Privatfahrzeug mieten oder mit den öffentlichen Verkehrsmittel die Strecke bewältigen. Da die öffentlichen Busse die günstigste Variante war, entschieden wir uns dazu. Den Rest des Tages verbrachten wir in der Stadt Tagbilaran selbst und am nächsten Morgen nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zu unserem Ausflug. Das der Tag einer der coolsten überhaupt werden sollte, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht 😉

Wir ließen uns von einem Trycicle für wenige Cent raus aus der Stadt zum Busbahnhof fahren und suchten dort zwischen nervigen Händlern und Taxifahrern den richtigen Jeepney. Darin mussten wir dann noch ewig warten, bis er voll war (und voll heißt wirklich voll! :-D) bevor wir losfahren konnten. Der Preis für die Fahrt von etwa einer halben Stunde war wieder sehr gering und als wir in der Nähe des Tarsier Sanktuary waren, sagten uns viele hilfreiche Philippinos gleich Bescheid, dass wir dort aussteigen mussten. Wir gingen die restlichen Meter zum Eingang und bekamen vorab noch ein paar Infos über die Tarsiere und wie man sich verhalten sollte. Die kleinsten Primaten der Welt sind sehr sensibel, Lärm, Stress, Gefangenschaft und vieles mehr kann die Kleinen umbringen. Das Sanctuary war ein umzäuntes Gelände, damit die Tarsiere vor Wildkatzen und anderen Feinden tagsüber geschützt sind, während sie meistens schlafen, und nachts können sie aber durch die Gitter raus auf die Jagd gehen.
Man geht auf kleinen engen Pfaden durch ein Wäldchen und überall wo ein Tarsier nahe des Pfades schlief oder abhing, stand ein Mitarbeiter, um ihn den Besuchern zu zeigen, aber auch aufzupassen, dass man nicht zu laut war oder zu nahe kam.
Die Tiere waren so süß mit ihren verhältnismäßig viel zu großen Augen, den langen Schwänzen und komischen Händen und Füßen und wir waren total verliebt. Es nachte Spaß sie zu beobachten und wir genossen die kurze Zeit dort sehr.

Danach mussten wir fast eine Stunde bei krasser Hitze an der Bushaltestelle auf den nächsten Bus warten. Anfangs hatten wir dabei Gesellschaft von zwei Philippinos in unserem Alter, die uns viele Fragen über unser Leben in Deutschland stellten und mit denen wir interessante Gespräche hatten. Dann fuhren wir mit dem Bus weiter nach Loboc, wo wir umsteigen mussten, um zu den Chocolate Hills zu gelangen.

Wir standen an der alten Kirche und warteten schon wieder eine Weile, als drei Philippinas zu uns kamen und fragten, wo wir hinwollten. Sie erklärten uns, dass sie als Gruppe einen Fahrer mit Minibus für den ganzen Tag gemietet hatten und wir doch mit ihnen mitfahren sollten. Wir wechselten kurz einen Blick, dachten uns dann „warum eigentlich nicht“ und stiegen ein. Die Gruppe bestand aus angehenden Lehrern, fünf Frauen und ein Mann, die einen Tagesausflug von Cebu aus machten. Es war herrlich im klimatisierten Van zu sitzen, anstatt bei etwa 35 Gradweiter auf die öffentlichen Busse warten zu müssen. Wir führten interessante Gespräche, eine der Frauen konnte sogar ein bisschen deutsch und hat mal in Hamburg gelebt 🙂 nach kurzer Zeit hielt dann der Van an und wir machten den ersten Stopp im „Man made Forest“. Dieser wurde zum Schutz vor Erosionen komplett von Menschenhand angelegt und beeindruckte mit der Größe. Dank Guide wurden wir bestens informiert, er war sehr bemüht, uns immer alles zu erklären. Dann folgte die erste von vielen Foto-Sessions. Wie viele Asiaten (definitiv nicht nur ein Klischee, sondern die pure Wahrheit!) sind Philippinos total fotoverrückt und von Sprungbildern bis zu diversen Selfies war alles dabei und wir zwangsläufig immer mittendrin 😀
Ähnlich erging es uns auch beim nächsten Stopp, einer Schmetterlingsfarm. An den Schmetterlingen war niemand der Gruppe interessiert, es wurden nur unendlich viele Gruppenfotos geschossen und dank lustiger Führung richtig viel gelacht!

Nach einer weiteren Fahrt mit viel Gelächter und interessanten Gesprächen über das Leben in Deutschland und auf dem Philippinen erreichten wir unser eigentliches Tagesziel – die Chocolate Hills. Dies ist eine Landschaft aus zahlreichen bewachsenen Hügeln, alle von gleicher Form und Größe, die einer Legende nach Tränen von einem Riesen mit Liebeskummer sind. Schon während der Fahrt hatten wir immer wieder tolle Blicke auf die beeindruckende Landschaft und dann ging es noch viele Stufen hoch auf einen der Hügel zu einer Aussichtsplattform mit Blick in alle Richtungen. Es war wieder einmal sehr schön, etwas in Wirklichkeit zu sehen, von dem man vorher schon so viele Bilder gesehen hatte, dort zu stehen und das Glück haben zu dürfen, all das zu erleben.
Wir durchliefen eine weitere Fotosession mit unserer Reisegruppe, die sogar anderen Besuchern auffiel und uns in Gespräche brachte 😀 aber bis auf unzählige Gruppenfotos wurde auch immer sehr darauf geachtet, dass es bloß genug Fotos von Tom und mir aus allen Winkeln gab 🙂

Auf dem Weg von Carmen zurück nach Tagbilaran machten wir dann noch Stopps bei einer Schlangenfarm, einer Kirche, einem Monument und ein paar Souvenirshops. Überall erklärte uns der Guide sehr viel, zusätzlich die Frauen aus der Gruppe, es wurden Fotos gemacht und viel geredet und gelacht. Die Frauen wollten soviel von uns wissen, vom Schulsystem über typisch deutsche Gerichte und vieles mehr und sie konnten uns auch soviel interessantes erzählen, so dass die Fahrten zwischendrin nie langweilig wurden.

Gegen Abend erreichten wir dann den Hafen von Tagbilaran, die Gruppe schaffte es nach herzlichen Abschied gerade noch rechtzeitig zu ihrer Fähre. Wir bedankten uns, fragten ob wir einen Teil bezahlen können, aber das würde uns sofort verwehrt und alle bedankten sich dafür dass wir mit ihnen mitgefahren sind – sehr sehr gerne doch! Erschöpft aber glücklich ließen wir den letzten Abend in Tagbilaran ausklingen und denken auch jetzt mit einem Lächeln an die Offenheit der tollen Menschen dort und den super Tag zurück.

Am nächsten Morgen mussten wir dann im Facebook erstmal über 70 (!) Verlinkungen auf Fotos durchgehen, bevor wir packten und uns auf den Weg zum Hafen machten. Wir fuhren nach Cebu und von dort in ein Hotel in der Nähe des Flughafens. Wir verbrachten einen entspannten Tag am Pool, flogen am nächsten Mittag nach Manila zurück und blieben dort noch für unsere letzte Nacht auf den Philippinen. Am Flughafen breitete sich dann ein komisches Gefühl aus – nur noch drei Tage in Taiwan lagen vor uns, bevor es zurück nach Deutschland ging. Die Philippinen waren unser letztes großes Ziel auf der Reise gewesen.

Das Land hat uns gut gefallen, vor allem die traumhaften Landschaften und die tollen Menschen, die wir hier kennenlernen durften. Auch wenn unserer Meinung nach das Essen und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht an andere Länder in Südostasien ranreichen können, ist es ein interessantes, abenteuerliches Land. Es gab wenig Tourismus, immer wieder Stromausfälle, zum Teil hatten wir nicht mal Wasser, die öffentlichen Verkehrsmittel von den Bussen über Jeepney und trycicles bereiteten uns einige abenteuerliche Fahrten, aber dafür hatten wir auch Traumstrände für uns allein und konnten das Land noch recht ursprünglich kennen lernen 🙂

1 thought on “Bohol

  • Hi;)
    Krass ich kann es gar nicht glauben, dass ihr schon bald zurück in Deutschland seid! Ich habe mich schon so sehr an die Posts und euch auf Weltreise gewöhnt!

    Euch wünsche ich auf jeden Fall noch ganz ganz tolle Erfahrungen auf den „letzten Metern“ 😉

    LG Sonia

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