Jedes Jahr findet in Thailand beim Vollmond des zwölften Monat des thailändischen Mondkalenders
das Lichterfest Loy Krathong statt. Der Zeitpunkt dafür liegt in der Regel im November.

Loy Krathong steht für „schwimmendes Floß“, die Krathongs sind kleine Boote, die normalerweise aus Bananenstauden gebastelt werden und mit Blüten, Kerzen, Räucherstäbchen etc. verziert werden. Auch aus Brotteig, Styropor oder sonstigen Materialien werden die Krathongs gebastelt und oft sehr aufwendig geschmückt oder beispielsweise in Form eines Schwans oder eines Herzen entworfen. Wenn man die Krathongs aufs Wasser setzt, schickt man damit seine Sorgen und Sünden weg. Man kann die Krathongs überall an kleinen Ständen auf der Straße kaufen, es gibt aber auch die Möglichkeit sich sein eigenes Krathong zu basteln. Dafür gibt es Stände von verschiedenen Universitäten und Schulen, die das kostenlos oder gegen Spenden anbieten und sich dabei ein bisschen unterhalten wollen, um ihr Englisch zu verbessern.  Der Brauch kommt wohl aus dem Hinduismus, sicher ist der Ursprung allerdings nicht.

Das Fest findet in ganz Thailand statt, besonders bekannt sind allerdings die Orte Ayuttahaya, Sukhothai, Bangkok und Chiang Mai. Überall werden die Flöße ins Wasser gesetzt und dadurch eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt.

In Chiang Mai wird das Festival anders als im Rest Thailands drei ganze Tage lang gefeiert und trägt den Namen Yee Peng (manchmal auch Yi Peng geschrieben). Dort werden neben den Krathongs im Wasser auch Laternen angezündet und in den Himmel steigen gelassen.

Die drei Tage des Yee Peng Festivals in Chiang Mai sind voll mit den unterschiedlichsten Aktivitäten. Die Straßen und Tempel werden schon Tage vorher aufwendig geschmückt mit Laternen und Kerzen.

Im Tempel Wat Jetlin wird extra ein Labyrinth aufgebaut, dass man besuchen kann, und im Wat Phan Tao findet abends eine Zeremonie bei einer tollen Atmosphäre statt, die durch unzählige Kerzen und Laternen noch verstärkt wird.

Am ersten Abend gibt es eine Eröffnungszeremonie am Tha Pae Tor, bei der unter anderem die Kandidaten für die Mister und Misses Yee Peng-Wahl vorgestellt werden.

Jeden Abend findet eine Parade durch die Stadt statt, bei der viele Universitäten und Organisationen unter anderem riesige Krathongs in traditioneller Kleidung präsentieren. Die Parade ist sehr schön anzuschauen und es lohnt sich auf jeden Fall, zumindest an einem der Abende vom Straßenrand zuzusehen.

Es gibt auch zahlreiche Wettbewerbe, bei denen man zuschauen konnte, beispielsweise einen traditionellen Thai-Tanzwettbewerb oder einen für das schönste Krathong oder, wie unten auf den Bildern zu sehen, dekorierte Heißluftballons. Diese werden von unterschiedlichen Gruppen entworfen und dann in die Luft gelassen. Dabei wird eine Zündschnur angezündet, die kleine Flieger mit bunten Rauchfahnen und buntes Konfetti auslösen, wenn die Ballons im Himmel sind. Die Hauptorte der Veranstaltungen sind dabei das Tha Pae Gate und der Fluss Mae Nam Ping.

In den letzten Jahren fand immer an der Mae Jo Universität außerhalb Chiang Mais das berühmte massenhafte Laternenaufsteigen statt, das man von so vielen Bildern kennt. Es gab dabei eine kostenlose und eine kostenpflichtige Version, die kostenpflichtige war rein für Touristen, zu der kostenfreien gingen sowohl Einheimische als auch Touristen, und hier gab es traditionelle Zeremonien neben dem Aufsteigen der Himmelslaternen.

Leider war es dieses Jahr zum ersten Mal anders und es gab nur das zu bezahlende (mit 100 $ auch nicht gerade günstige) Touristenevent an der Universität. Anfangs waren wir darüber sehr enttäuscht, denn wenn wir an das Festival gedacht hatten, hatten wir genau an das massenhafte Laternenaufsteigen dort gedacht und ich befürchtete schon, wir würden keine der wunderschönen Laternen zu Gesicht bekommen.

Glücklicherweise hatten wir uns da getäuscht. Am zweiten Abend des Festivals, also am Haupttag, gab es neben den ganzen Aktivitäten, einer Art riesigem Jahrmarkt und den Flößen im Wasser, was an sich schon ein tolles, wunderschönes Erlebnis war, auch tausende von Laternen am Himmel. Zu bestimmten Uhrzeiten war es auch in der Stadt erlaubt, diese anzuzünden und man konnte die Laternen genau wie die Krathongs überall günstig für unter 50 Baht kaufen.

Außer den zahlreichen, wunderschönen Laternen am Nachthimmel hatten wir in Chiang Mai direkt noch den durch unzählige Krathongs beleuchteten Fluss, es gab immer wieder Raketen und es herrschte eine wunderbare magische Atmosphäre. Wir waren sehr froh, dass wir uns gegen die 100-Dollar-Touristenveranstaltung entschieden hatten und auch nicht traurig darüber, dass es dieses Jahr nur so stattfand, denn das Festival in Chiang Mai war eine tolle, einmalige Erfahrung, die zu den Highlight unserer Reise gehört und definitiv einen Besuch wert ist.

Wie das Festival und das Laternenaufsteigen im nächsten Jahr stattfindet, ist wohl noch nicht klar, es wird wohl um den 14. November sein (ist aber noch unsicher!) und egal in welcher Form es sein wird, wenn man zu der Zeit in Thailand ist, sollte man es sich auf keinen Fall entgehen lassen 🙂