Wir haben vorher schon darüber gehört. Und jetzt waren wir selbst an dem Punkt. Eine gewisse Reisemüdigkeit machte sich in uns breit, als wir in Thailand waren.

Die ersten drei Monate sind wir in einem zügigen Tempo durch Indonesien, Australien und Neuseeland gereist. Wir sind nie lange an einem Ort geblieben, hatten viele Reisetage und konnten viele Eindrücke sammeln und Orte sehen. Da wir genau das alles auch sehen wollten, mussten wir ein gewisses Reisetempo einhalten und es war auch die ganze Zeit gut so für uns. Wir hatten keinerlei Verpflichtungen und Termine und doch hatten wir gewisse Pläne im Kopf, die wir so auch durchzogen. In Indonesien haben wir in vier Wochen in 11 Unterkünften geschlafen und hatten dazwischen zwei Flüge sowie zahlreiche Bus- und Bootsfahrten. In Australien übernachteten wir in fünf Wochen in 13 unterschiedlichen Betten, auf einem Segelschiff und in einem Zelt, zwischen denen wir viele viele Stunden im Bus verbrachten. In Neuseeland fuhren wir mit dem Mietwagen in drei Wochen fast 4 000 Kilometer von Nord nach Süd und blieben nie lange an einem Ort, während wir jede Nacht im Auto verbrachten. Auch auf den Fahrten dazwischen gab es so viel Interessantes zu sehen und es kamen ständig neue Eindrücke auf uns zu. Die drei ersten Monate des Rumreisens waren perfekt wie sie waren und wir bereuen definitiv nichts.

Als wir Mitte November in Hua Hin waren, hat sich aber etwas für uns geändert. Wir hatten weniger Lust, Hua Hins Sehenswürdigkeiten zu entdecken und unternahmen die Tage dort nicht viel. Dann kam die lange, anstrengende Fahrt nach Chiang Mai. Wir fühlten beide, dass wir irgendwie ausgelaugt waren, müde, und kaum noch neue Eindrücke aufnehmen konnten. In Chiang Mai haben wir in der Stadt selbst ein bisschen was angeschaut, aber nur, indem wir ziellos durch die Altstadt gebummelt sind. Vieles, was wir uns vorher vorgenommen haben, haben wir dann doch nicht gemacht, wie eine Fahrt nach Chiang Rai zum weißen Tempel oder einen Ausflug in den Dschungel. Einfach weil es mit ein bisschen Aufwand verbunden und uns dadurch irgendwie zu viel war. Wir genossen es einfach eine Woche an einem Ort zu sein und dort ein relaxtes Leben zu führen, ohne viel Rumgerenne zu Sehenswürdigkeiten. Wir schliefen aus, arbeiteten viel an unserem neuen Blog und genossen die Festivaltage in vollen Zügen. Und wir entschieden uns dazu, es auch die restliche Zeit in Thailand ruhig angehen zu lassen. Die letzten beiden Wochen dort haben wir auf Koh Tao und Koh Samui verbracht und sind dort einfach zur Ruhe gekommen. Wir haben uns entspannt, das Strandleben genossen und unternommen wonach uns gerade der Sinn stand, ohne vorher zu planen, was wir alles sehen wollen und schaffen sollten 🙂 wenn uns irgendwo das Essen geschmeckt hat, gingen wir oft dort essen, damit man nicht jeden Tag etwas suchen muss und man in gewisser Weise ein bisschen Gewohnheit und Alltag aufbaut. Und das war genau die richtige Entscheidung und an dem Punkt auch einfach nötig.

Inzwischen sind wir in Malaysia und haben eine für uns gute Mischung aus Sightseeing und Entspannung gefunden. Die Zeit in Thailand hat uns richtig gut getan, um runterzukommen und alles Erlebte zu verarbeiten und jetzt sind wir wieder bereit für neue Eindrücke und Abenteuer. Wir reisen langsamer und lassen lieber etwas aus und lernen dafür andere Orte besser und intensiver kennen. So können wir das, was wir sehen, mehr genießen und besser aufnehmen, ohne dass es zu viel wird.

Wir haben auch einige andere Reisende getroffen, die in etwa gleichzeitig mit uns ihre Langzeitreise begonnen haben und denen es genau so ging wie uns. Man kommt einfach an einen Punkt, wo man eine gewisse Pause braucht. Reisen kostet Kraft und oft Nerven und erfordert immer einen gewissen Planungs- und Organisationsaufwand. Wenn man an einem neuen Ort ist, kommen immer wahnsinnig viele Eindrücke auf einen zu. Man muss sich jedes Mal neu orientieren und zurechtfinden, die Umgebung kennenlernen und sich an neue Umstände gewöhnen. Zwischen zwei Orten liegt immer eine Reise, mit dem Backpack auf dem Rücken, oft bei großer Hitze, die man im Auto, Bus, Zug, auf einem Schiff oder einfach mit Warten auf irgendwas verbringt, bevor man wieder eine Unterkunft sucht und völlig planlos an einem neuen Ort steht.

Wir genießen unsere Reise sehr, jeden einzelnen Tag. Wir wissen zu schätzen, was wir gerade erleben dürfen und wie gut wir es haben. Es ist die beste Zeit momentan und wir sind so glücklich darüber, rumreisen zu können und so viele interessante Orte zu entdecken, Menschen kennen zu lernen, Kulturen zu erleben. Aber auch wenn es für die Daheimgebliebenen sicher komisch klingt und vielleicht nur andere Langzeitreisende das verstehen, braucht man manchmal einen Urlaub vom Reisen, um ein bisschen zur Ruhe zu kommen. So kann man danach wieder mehr Eindrücke aufsaugen und sich gestärkt ins Abenteuer stürzen! 🙂