Dieses Jahr war für uns beide das erste Mal, dass wir an Weihnachten nicht zuhause waren. Wir verbrachten die Feiertage in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. In Malaysia treffen viele Religionen aufeinander, der Großteil der Bevölkerung ist aber muslimisch und feiert dementsprechend kein Weihnachten. Vorab dachten wir, Weihnachten unterwegs wäre gar kein Problem für uns. Schon der ganze Dezember war aber irgendwie komisch. Während alle daheim die Kerzen am Adventskranz anzündeten, Geschenke kauften, sich auf ihre freien Tage freuten und die Türchen des Adventskalenders öffneten, lagen wir am Strand, besichtigten Tempel und Städte. Außerdem herrschen momentan jeden Tag etwa 30 bis 35 Grad, die ebenso wenig wie die tolle Deko dazu beitrugen, dass bei uns weihnachtliche Stimmung aufkam.

Auch wenn in Malaysia eigentlich kein Weihnachten gefeiert wird, geben sich die Malaien trotzdem in den größeren Städten Mühe, sich den Touristen anzupassen. In den Malls und Shoppingzentren war alles für die Touristen weihnachtlich geschmückt, allerdings nicht so, wie man es aus Deutschland kennt, sondern bunt, glitzernd und kitschig ohne Ende!

Als wir am 24. Dezember aufwachten, konnten wir gar nicht glauben, dass Weihnachten sein soll. Wir verbrachten den Tag mit ein bisschen Sightseeing in der Stadt und gingen abends „zur Feier des Tages“ Pizza essen. An sich war es für uns wie jeder andere Tag auf Reisen. Außer dass wir an diesem Tag das erste Mal gerne zuhause gewesen wären, um bei unseren Familien und Freunden zu sein. Dies führte dazu, dass wir den Tag in Kuala Lumpur nicht wirklich genießen konnten, auch wenn es eigentlich ein wunderschöner Tag wie bisher fast wie jeder auf unserer Reise war.

Wir skypten mit unseren Lieben daheim und hatten Heimweh. Weihnachten ist ein Fest, das man unserer Meinung nach mit der Familie verbringen sollte. Es gehören so viele Kleinigkeiten zu Weihnachten, die uns irgendwie fehlten. Das gute Essen, Weihnachtsmusik im Radio, schöne Dekoration, Weihnachtsmärkte, volle Geschäfte, der Stress, wenn man in der letzten Minute die fehlenden Geschenke kaufen muss, das Beisammensein, die Überlegungen, was den anderen Freude bereiten könnte und diese ganz besondere Atmosphäre, die einem erst bewusst wird, wenn man sie einmal nicht hat. Daheim ist man irgendwann genervt, wenn man zum tausendsten Mal „Last Christmas“ hört, wir haben es vermisst. Auch schon die ganze Vorweihnachtszeit, die man sonst als selbstverständlich sieht und man nur so nebenher wahrnimmt, ist etwas, was fehlt, wenn man es nicht hat.

Reisen ist so etwas unglaublich tolles und wir lieben es, aber sind beide der Meinung, dass es an Weihnachten zuhause unter dem Tannenbaum an diesem Tag am schönsten ist und nicht bei über 30 Grad zwischen Palmen und fremden Menschen.