Von Bangkok aus fuhren wir mit dem Zug über Nacht nach Suratthani. Die Fahrt dauerte etwa 12 Stunden und zum Glück konnten wir ein bisschen schlafen. Da wir mit Verspätung ankamen, verpassten wir den öffentlichen Bus von Suratthani nach Khao Sok wegen wenigen Minuten und entschieden uns dazu, nicht zweieinhalb Stunden auf den nächsten zu warten, sondern ein bisschen mehr für einen Minibus zu bezahlen. Um 10 Uhr morgens kamen wir dann in unserer Unterkunft an. Wir hatten eine Holzhütte in einem wilden, großen Garten am Rand des Dschungels gebucht. Die Hütte war zwar nicht groß, aber ganz süß und nach einem Frühstück und netten Gesprächen mit den Besitzern legten wir uns ein bisschen hin.

Nach unserem Mittagsschlaf schauten wir uns dann die zahlreichen angebotenen Touren für den Khao Sok Nationalpark an, die leider alle ziemlich teuer waren. Der Nationalpark ist grob aufgeteilt in zwei Teile: den Chiao-Lan-Stausee und den Regenwald. Der Stausee soll sehr sehenswert sein, kam für uns aber aus Preis- und Zeitgründen nicht so richtig in Frage. Wir entschieden uns dazu, am nächsten Tag auf eigene Faust loszuziehen und die Wanderung im Regenwald zu machen, die ohne Guide erlaubt war.

Die Nacht in unserer Dschungelhütte war nicht so erholsam wie erhofft. Überall raschelte und summte es, die Grillen und Geckos trugen auch noch zum Konzert bei und als ich am nächsten Morgen ins Bad ging, erwartete mich dort ein kleiner Skorpion. Wir hielten erstmal gebührend Abstand und gingen frühstücken, wobei wir die Besitzer fragten, wie gefährlich der Skorpion denn sei. Da der Stich wohl nur in etwa wie der einer Biene wäre, entfernte Tom ihn nach dem Frühstück mutig mit einer Flasche 🙂

Gegen Mittag gingen wir los zum Nationalpark. Der Eingang war etwa 10 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Wir bezahlten 300 Baht Eintritt pro Person (knapp 8 Euro) und starteten unsere Tour. Eine Strecke war etwa 3 Kilometer lang und sollte zu zwei Wasserfällen führen. Weiter als bis zum zweiten Wasserfall darf man aus Sicherheitsgründen ohne Guide nicht gehen.
Der Weg durch den Regenwald war sehr breit und gut zu laufen. Dadurch kam aber weniger Dschungelfeeling auf als wir es beispielsweise im Nationalpark in Penang hatten. Wir sahen ein paar Affen, riesiger Bambus wuchs links und rechts des Weges und man hörte nichts außer ein paar Vögeln und Insekten.

Irgendwann mussten wir vom großen Weg einen kleinen Trampelpfad über Wurzeln und Steine nehmen, um zum ersten Wasserfall zu kommen. Der Wasserfall war ziemlich unspektakulär, aber es war trotzdem schön dort, angenehm ruhig und sehr entspannt.

Wir gingen den Pfad zurück und weiter zum zweiten Wasserfall. Dieser war leider noch wesentlich unspektakulärer 😀 wir konnten ihn nicht mal wirklich als Wasserfall identifizieren, aber der Definition nach war es wohl einer…

Es gab dort ein kleines Restaurant, wo wir bei einem schönen Blick in die Natur etwas tranken, bevor wir uns auf den Rückweg machen wollten.

Ein Stück entfernt vom Restaurant gab es ein Toilettenhäuschen, wo Tom noch schnell aufs Klo gehen wollte. Er ging rein und rief mich ein paar Sekunden später. In einem der abgetrennten Toilettenräume saß eine riesige Spinne an der Wand. Sie war größer als meine Hand und die bisher größte, die wir in freier Wildbahn gesehen hatten. Wir beobachteten sie ein bisschen mit genug Abstand (daher auch leider kein Größenvergleichsbild mit meiner Hand direkt daneben :-D), machten ein paar Fotos und traten dann den Heimweg an.

Auch auf dem Rückweg konnten wir wieder ein paar Affen beobachten, die miteinander spielten und sich von uns garnicht stören ließen. Wenige Meter, bevor wir unsere Unterkunft erreichten, fing es plötzlich an in Strömen zu regnen, so dass wir froh über unser Timing waren und den Rest des Tages dort verbrachten.

Am nächsten Morgen nahmen wir den ersten öffentlichen Bus gegen 8 Uhr, um nach Khao Lak zu fahren, wo wir ein paar Tage mit Toms Familie verbringen würden.