Unsere Tauchsafari startete in der Tauchschule, wohin Tom, sein Vater und ich uns früh auf den Weg machten. Wir warteten, bis alle 8 Teilnehmer eingetroffen waren und fuhren dann mit einem der Guides mit dem Taxi eine knappe halbe Stunde zum Hafen Khao Laks. Dort lernten wir unser Zuhause für die nächsten drei Tage kennen – die MV Nanguan. Das Schiff war nicht sehr groß, auf dem unteren Deck befanden sich der Essensbereich, die Küche und die Toilette, während auf dem Oberdeck unsere Matratzen unter einem Dach und die Chillerecke waren. In Khao Lak gab es diverse Anbieter, die Tauchsafaris zu den Similan Islands durchführen, aber nur SeaDragon hat so ein „Backpackerschiff“ für niedrigeres Budget. Alle schlafen zusammen auf dem Oberdeck, während alle anderen Schiffe
private Kabinen mit Dusche und allem hatten, aber auch das doppelte kosteten.

Jeder suchte sich sein Bett aus und unsere achtköpfige Gruppe wurde für die kommenden Tauchgänge in zwei Gruppen mit je einem Guide aufgeteilt. Dann gab es das erste Briefing bezüglich des Ablaufs unserer Tauchsafari und der Sicherheit an Board, während wir langsam den Hafen verließen.
Unsere Safari beinhaltete 9 Tauchgänge an den Similan Islands und Koh Bon, 2 Übernachtungen auf dem Schiff und sämtliche Mahlzeiten und Getränke. Nach kurzer Fahrt wurde dann auch das erste reichhaltige Frühstück aufgetischt.
Mir ging es noch immer nicht so gut, der nicht gerade schwache Wellengang trug auch nicht zu meiner Genesung bei und so konnte ich den ersten Vormittag nicht wirklich genießen. Der Rest der Truppe saß oben auf unserem Sonnendeck, während ich lieber unten blieb, wo es weniger wackelte und ich ein bisschen Schatten hatte.
Gegen Mittag erreichten wir Koh Bon, eine Insel, die nicht zu den Similans gehört, aber in deren Nähe liegt und ein bekannter Tauchspot ist. Wir bekamen ein Briefing zu unserem ersten Tauchgang, wie es ablaufen würde, was wir dort
sehen konnten und worauf wir achten sollten und dann ging es zum ersten Mal ins Wasser. Wir ließen uns unter die Oberfläche sinken und das Abenteuer begann. Unser erster Tauchgang war der Wahnsinn! Nach kurzer Zeit tauchte der erste Manta auf, etwas, worauf Tom und ich so gehofft hatten. Aber es blieb nicht lange bei einem, ein zweiter und dritter kamen hinzu, später noch ein größerer und den ganzen Tauchgang über konnten wir diese beeindruckenden Wesen immer wieder an uns vorbeischweben sehen. Insgesamt waren es 6 oder 7 Mantas, die wir mehrmals sahen, so dass wir fast den kompletten Tauchgang über ständig einen Manta im Blick hatten, teilweise sogar mehrere gleichzeitig. Als wir auftauchten, waren wir alle überglücklich und uns einig, dass die Safari schon jetzt ihr Geld wert
war! Selbst unsere Guides, die sehr erfahren waren und öfter mal tolle Tauchgänge mit Mantas hatten, waren total begeistert von dem unglaublich schönen Tauchgang.
Nach unserem ersten Mittagessen an Board ging es dann auch schon bald wieder ins Wasser. Der Tauchspot war direkt neben dem letzten und wir hatten wieder das Glück, Mantas zu sehen. Ein riesiger (unser Tauchlehrer schätzte ihn auf
mindestens 6 Meter Spannweite) kam auf uns zu und drehte direkt vor uns wieder um, so dass wir ihn perfekt in voller Größe und aus nächster Nähe bewundern konnten. Ihr könnt ihn auf dem Bild rechts sehen.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir auf dem Sonnendeck, genossen das tolle Wetter und ein Großteil der Gruppe holte sich ziemlichen Sonnenbrand. Unser letzter Tauchgang an diesem Tag war ein Nachttauchgang. Nach dem Sonnenuntergang und dem Abendessen (verhungern musste wirklich niemand) tauchten wir in das schwarze Wasser ab. Wir sahen zwei große Moränen und spielten mit dem fluoreszierenden Plankton und zurück auf dem Schiff war der erste Tag bald beendet – wir waren alle sehr müde und begaben uns früh in unser Bettenlager.
Unser zweiter Tag begann mit einem Weckruf um viertel nach 6 – „waki waki guys“. Noch im Halbschlaf lauschten wir dem ersten Divebriefing und sprangen schon um 7 morgens zum ersten Mal ins Wasser. Der Tauchgang forderte unsere Tauchgruppe auch gleich ziemlich. Die Strömung war sehr stark und teilweise kämpften wir dagegen an, ohne wirklich vorwärts zu kommen. Wir entdeckten zwei Stachelrochen und konnten aber auch nicht so lange wie sonst unter Wasser bleiben, da dem ersten unserer Gruppe wegen der Anstrengung bald die Luft ausging. Total erschöpft schon von unserem ersten Tauchgang kamen wir zurück aufs Schiff 😀
Wir stärkten uns beim Frühstück und wurden dann mit dem Schlauchboot auf eine Insel der Similans gebracht. Wir hatten dort eine Stunde Zeit, die wir sehr genossen. Zuerst liefen wir zu einem Aussichtspunkt. Der Weg dorthin führte über Stock und Stein, aber der Ausblick war es definitiv wert. Man konnte den Traumstrand von oben sehen, das türkisfarbene Wasser, das weite Meer, es war wunderschön.

Anschließend saßen wir noch im puderweichen, weißen Sand des Strandes, bevor wir wieder zurück auf unser Schiff gingen.

Danach gingen wir recht bald wieder tauchen, diesmal zum Glück mit weniger Anstrengung und unzähligen Fischschwärmen, und verbrachten die Zeit zwischen den Tauchgängen mit essen und in der Sonne brutzeln.
Unser dritter Tauchgang an diesem Tag war dann wieder ein besonderer, allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne. Es gibt an den Similan Islands manchmal kalte Tiefenströmungen, die nach oben kommen. An unserem Tauchspot war eine solche Strömung, das Wasser hatte nur 22 Grad und wie trugen alle kurze Neoprenanzüge. Durch das kalte Wasser war die Sicht immer ein bisschen verschwommen, wir froren und die Strömung war auch nicht immer leicht zu bekämpfen. Wir waren irgendwie alle froh, als wir auf dem Sonnendeck lagen und wieder auftauten, denn nach etwa einer Dreiviertelstunde in dem kalten Wasser waren wir total durchgefroren. Unser Guide, der bereits seit 15 Jahren an den Similans taucht, hatte bisher noch nie kälteres Wasser als 24 Grad gehabt, aber wir durften mit ihm Premiere feiern 😀

Der vierte und letzte Tauchgang des Tages fand dann zum Glück wieder bei angenehmen 27/28 Grad statt. Wir konnten tolle Fische und Korallen bewundern, durch ein paar coole Tunnel tauchen und kamen pünktlich zum Sonnenuntergang zurück aufs Schiff.

Unsere Guides hatten dann auch noch tolle Neuigkeiten für uns. Da die ersten beide Tauchgänge mit den Mantas ja so schön waren, fragten sie uns, ob wir für unseren letzten Tauchgang am folgenden Tag noch einmal zurück nach Koh Bon wollten. Die Gruppe war einstimmig dafür! Es gab natürlich keine Mantagarantie, aber die Hoffnung war da. Nach dem Abendessen saßen wir alle noch ein bisschen zusammen, aber auch der zweite Abend wurde nicht sehr lang.
Am nächsten Morgen wurden wir wieder früh geweckt – „waki waki guys“ – und auf den ersten Tauchgang vorbereitet, der noch an den Similan Islands stattfand. Unser Guide erklärte uns, dass die Strömung wahrscheinlich wieder recht stark sein würde, aber das Korallenriff hier sehr lang ist und wir einfach mit der Strömung mitgehen würden am Riff entlang. Der Tauchgang machte uns so viel Spaß, es war total entspannt, da uns die Strömung trieb und wir sahen viele tolle Korallen, Fischschwärme in allen Größen und Farben und wir genossen das Tauchen sehr.
Als wir wieder an die Oberfläche kamen, konnten wir unser Schiff in ziemlicher Entfernung erkennen. Wir waren mit der Strömung sicher 2-3 Kilometer getaucht. Unser Guide winkte dem Schiff mit dem luftgefüllten Signalballon und versuchte mit seiner Sturmpfeife die Aufmerksamkeit bekommen, aber der Kapitän und die andere Gruppe sahen und hörten uns einfach nicht. Irgendwann kam das Schiff mal wenige Meter in unsere Richtung, stoppte dann aber wieder, unser Guide pfiff und winkte immer öfter und nach etwa 15 Minuten treiben auf der Wasseroberfläche würden wir dann endlich mal entdeckt und abgeholt 😀
Während wir frühstückten und uns auf dem Sonnendeck entspannten, fuhr das Schiff für unseren letzten Tauchgang der Safari nach Koh Bon. Etwa die erste Hälfte des Tauchgangs bewunderten wir die schönen Korallen und die tausenden von Fische um uns herum, die wir bei den ersten beiden Tauchgängen hier vor lauter Mantas total ignoriert hatten. Es war bis dahin schon ein fantastischer, toller Tauchgang und als dann noch Mantas auftauchten, war es perfekt. Mehrere große Exemplare schwebten über uns hinweg, zwischendrin sahen wir drei zur gleichen Zeit und waren alle total begeistert. Der Tauchgang war der perfekte Abschluss der tollen drei Tage und wir waren alle überglücklich, dass wir nochmal nach Koh Bon zurückgefahren sind.

Gegen Mittag bekamen wir unsere letzte Mahlzeit an Board und fuhren zurück Richtung Khao Lak. Wir packten unsere Sachen zusammen, genossen nochmal die Sonne auf dem Oberdeck, wobei es uns meistens schnell zu heiß wurde und etwa gegen 16 Uhr erreichten wir den Hafen. Wir fuhren zurück zur Tauchschule und verabschiedeten uns von unseren Guides und der Gruppe. Es waren wunderschöne Tage mit coolen Menschen und tollen Erlebnissen 🙂

Tom, sein Papa und ich aßen noch etwas und warteten dann auf den öffentlichen Bus, mit dem wir etwa 4 Stunden nach Ranong fuhren. Wir kamen spät an, gingen in unser Hotel und bald schlafen. Und am nächsten Morgen nach dem Frühstück gingen wir zum Pier, um nach Koh Chang zu fahren.